Liebe Schwestern und Brüder in Sulzbach, Soden und Dornau! An Christi Himmelfahrt ist es endlich soweit: Unsere Pfarreiengemeinschaft St. Christophorus wird offiziell gegründet. Das ist uns ein Grund zur Freude und zum Feiern. Dazu herzliche Einladung an Sie und Euch alle in Sulzbach, Soden und Dornau! Gründung der Pfarreiengemeinschaft – nimmt man diesen Begriff wortwörtlich, so meint doch Gründung nichts anderes, als dass sich die katholischen Christen aus unseren drei Ortsteilen auf einen gemeinsamen Grund stellen. Was ist dieser gemeinsame Grund? Woraus besteht er? Die Bildung der Pfarreiengemeinschaft sollte kein rein organisatorischer Prozess bleiben, sondern ein Neuaufbruch im Glauben werden. Darüber waren sich die Pfarrgemeinderäte schon nach den ersten gemeinsamen Treffen einig und riefen das Projekt „Lebendig glauben“ ins Leben. So sollte der gemeinsame Glaube Ausgangspunkt, Weg und Ziel zugleich sein, der Glaube an Jesus Christus, der in unseren „Herkunfts-Pfarreien“ seit Jahrhunderten lebendig ist und in der zu gründenden Pfarreiengemeinschaft weiterhin lebendig bleiben soll.
Ohne Herkunft keine Zukunft
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| Von links: St. Margareta Sulzbach, St. Maria Magdalena Soden, St. Wendelin Dornau, St. Anna Sulzbach |
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Gemeinschaft entsteht und besteht durch ihre einzelnen Teile. Deshalb ist es gut und wichtig, dass sich jede der Pfarreien mit dem, was sie in der Vergangenheit geprägt hat, und dem, was sie jetzt ausmacht, in diese neue Gemeinschaft einbringt, ohne sich dabei aufzugeben oder gar aufzulösen. Dass der Pfarrei Sulzbach ihre Patronin, die heilige Margareta, der Kuratie Soden die heilige Maria Magdalena und der Filialgemeinde Dornau ihr heiliger Wendelin erhalten bleibt, ist daher auch mehr als ein äußeres Zeichen dafür. Eine dreifache Schnur reißt nicht so schnell
„Die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft, die abnehmende Zahl der Priester und der Gläubigen sowie eingeschränkte finanzielle Möglichkeiten machen es notwendig, die Zusammenarbeit der Pfarreien in unserer Diözese in verbindlicher Form zu regeln.“ Mit diesen Worten gab Bischof Friedhelm im Jahr 2006 den Startschuss für die Bildung von Pfarreiengemeinschaften im Bistum Würzburg. Auch wir machten uns auf den Weg, unsere „drei Kirchtürme etwas näher zusammen zu rücken“. Dazu bedurfte es natürlich auf verschiedenen Gebieten Änderungen und Umstrukturierungen. Das gemeinsame Gottesdienstangebot war dabei nur ein erster Schritt, dem viele Weitere gefolgt sind. Eine Kooperationsvereinbarung - von den verantwortlichen Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungsmitgliedern unter Mitwirkung der hauptamtlichen Seelsorger geschlossen – regelt genauere Einzelheiten der zukünftigen Zusammenarbeit. Das Meiste davon ist schon längst selbstverständlich, z.B. dass unsere Kommunionkinder gemeinsam auf den Weißen Sonntag vorbereitet werden. Die Erfahrung auf dieser Wegstrecke: Sich zusammen zu tun, macht Änderungen erforderlich, aber bietet auch Chancen und Synergien. Weniger modern drückt die Bibel diese Tatsache im Buch Kohelet aus: „Und wenn jemand einen einzelnen auch überwältigt, zwei sind ihm gewachsen, und eine dreifache Schnur reißt nicht so schnell“. (Koh 4,12) Glaube, der zu leben hilft, und Leben, das vom Glauben zeugt Für mich hat sich auf diesem Weg der Glaubenserneuerung im Großen wie im Kleinen vor allem eines immer wieder deutlich gezeigt: Der eigentliche Grund unserer Pfarreiengemeinschaft sind die Menschen, die sich auch unter geänderten gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen weiterhin zu Jesus Christus bekennen und ihre Berufung zum Kirche-sein leben wollen - sich dabei sogar zutrauen, dass ihr Glaube andere ansteckt! Denn Kirche versteht sich ja als Gemeinschaft derer, die herausgerufen sind, zu vergegenwärtigen, dass der auferstandene Herr in unserer Mitte lebendig ist. Es ist das Zeugnis lebendigen Glaubens so vieler Frauen und Männer, Jugendlicher und Kinder. Ein Glaube, der von Jesu Botschaft der Liebe ausgeht, der festlich und lebensnah gefeiert wird, ein Glaube, der nicht stehen bleibt, sondern immer tiefer und reifer werden will, ein Glaube, der nicht an der Kirchentür wie ein Sonntagsgewand abgestreift wird, sondern der in vielen alltäglichen Situationen mutig bekannt wird, der zu einer echten christlichen Grundhaltung verhilft und der sich im Letzten ganz konkret in der Solidarität mit Menschen in der Nähe und Ferne zeigt. Für diese zwei Seiten – Sammlung und Sendung als christliche Gemeinde wie auch als einzelner Christ - ist der Delphin unseres Logos ein sprechendes Zeichen, er taucht unter die Oberfläche ab und tief ins Wasser ein, um dann im nächsten Moment voller Lebendigkeit aus dem Wasser zu springen.
Ein Christophorus-Jahr
Für den Weg in die Zukunft haben wir uns einen besonderen Weggefährten erwählt: Den heiligen Christophorus. Sein Patronat steht dafür, dass durch die Gründung der Pfarreiengemeinschaft etwas Neues entsteht,und dass dieses neue Ganze mehr als die Summe seiner Teile ist. So wäre es auch mein Vorschlag, mit der Gründung der Pfarreiengemeinschaft ein „Christophorus-Jahr“ auszurufen, in dem wir uns damit beschäftigen, was es für uns heute heißen kann, Christusträger zu sein.
Johannes Paul II. sah als die große Herausforderung im dritten Jahrtausend, dass „Kirche zum Haus und zur Schule der Gemeinschaft“ wird. Für ihn liegt die Spiritualität der Gemeinschaft in „der Fähigkeit, vor allem das Positive im anderen zu sehen, um es als Gottesgeschenk anzunehmen und zu schätzen: nicht nur ein Geschenk für den anderen, der es direkt empfangen hat, sondern auch ein ,Geschenk für mich´.“
Zu dieser Spiritualität und zu jenen drei Geschenken beglückwünscht uns Christen in der neu gegründeten Pfarreiengemeinschaft St. Christophororus
Ihr Pastoralreferent Andreas Bergmann
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